Siegfried EIBA

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Ein Züchterporträt: Siegfried Eiba, Wolnzach


Auszug aus der Tageszeitung: DER WOLNZACHER vom 30. April 2008


Wolnzach (lt) Sie trägt’s mit Fassung. Karola Eiba ist mit einem Mann verheiratet, der gerade 47 alt und schon 45 Jahre Mitglied im Kleintierzüchterverein ist. „Der Opa hat mich einfach angemeldet“, erzählt Siegfried Eiba, und nun ist er mit Leib und Seele dabei. Seit 28 Jahren züchtet er Tauben und Hühner, doch das alleine wäre nichts Besonderes, hätte er nicht im Keller einen ganzen Raum mit Gemälden von Hühnern und Tauben eingerichtet. Ein Bild hängt neben dem anderen, Tauben Auge in Auge mit Hühnern und in einem antiken Bauernschrank hat er alte Bücher verborgen – über, natürlich, Hühner und Tauben. „Pass auf, dass du nicht in Ohnmacht fällst“, warnt Tochter Lisa den neugierigen Besucher, als er die Treppe zur „Ausstellung“ hinabsteigt, um die verborgenen Schätze in Augenschein zu nehmen. Das älteste Gemälde ist von 1902, ein echter „John van der Laan“, daneben hängt ein Perlhuhn von Karl Witzmann, und von der Wand gegenüber blicken mit starrem Auge eine weiße Taube von Max Holdenried und ein Zwerghuhn von Jean Bungartz. Für einen „Insider“ sind das nicht nur wohlklingende sondern bekannte Namen, doch im materiellen Wert liegen die Exponate zwischen 200 und 1000 Euro. Die Sammelleidenschaft packte Sigi Eiba vor 15 Jahren, als er auf einem Flohmarkt ein Bild von seiner bevorzugten Zuchtrasse, den Zwergbrahmas kaufte. Und so kam eines zum anderen, und nun hängen sie friedlich in seiner Privatgalerie im Keller. Ob er nicht mal eine öffentliche Ausstellung mit seinen Bildern machen möchte? Aber da zieht Sigi Eiba nicht so recht: „Das interessiert doch keinen“, meint er und zeigt lieber seine Bücher. Und da besitzt er bibliophile Kleinode! Sein ältestes Buch ist aus dem Jahre 1779, wunderschön in Leder gebunden, und gilt heute noch als Standardwerk für den Züchter: „Die Federviehzucht“. Stolz präsentiert er auch „Das Mustertaubenbuch“ von Gustav Prütz aus dem Jahre 1886, in dem es ihm die für die damalige Zeit exzellenten Farblithographien angetan haben. Um seiner Sammelleidenschaft zu frönen, hat er sämtliche Antiquariate in Europa angeschrieben und hat mit seiner Anfrage „Suche alte Tauben- und Hühnerbücher“ auch Erfolg gehabt. Nun nennt er einige sein Eigen, die „ganz, ganz selten“ sind wie „Die ausländischen Hühnerrassen“ von Herbert Löffler, und sein teuerstes hat mittlerweile einen Wert von 4000 Euro. Nicht so teuer sind die beiden, die die sechsjährige Lisa schon besitzt. „Zwerghuhnrassen“ und „Nutzbringende Hühnerzucht“ sind die Titel. Hier betreibt Sigi Eiba schon Nachwuchsarbeit, und Lisa liest auch schon fleißig daraus vor. Zwischendurch erzählt sie dem Besucher, dass sie Spinat mag und dafür keine Sahne. Ungewöhnlich für eine Sechsjährige, findet nicht nur der erheiterte Besucher, und Sigi Eiba sieht es ebenfalls mit einem Lachen: „Hauptsache gesund!“ Neuerdings sammelt er übrigens Bilder des Wolnzacher Malers Josef Scheibenbogen. Irgendwie ist irgendwann ein Werk in seinen Besitz gekommen, und nun nennt er bereits zehn sein Eigen. Doch das Sammeln gestaltet sich schwierig: „Wer einen Scheibenbogen hat, gibt keinen her.“ Mittlerweile hat er auch die Niederlauterbacher Künstlerin Alice Breitner als Ziel für seine Sammelleidenschaft entdeckt, und wer Sigi Eiba kennt, der weiß, dass sich deren Werke im Hause Eiba mehren werden. Und auch nach Büchern und Hühnerbildern wird er sicher noch weiter suchen, in Antiquariaten, auf Flohmärkten und auf Ausstellungen. Jetzt versteht der Besucher auch den Wahlspruch des Sigi Eiba: „A Henn, wo scharrt, bringt mehra ois a Henn, wo bruat’!“ So ist es. Vielleicht wird’s ja doch noch eine Ausstellung. Lisa wäre dabei.

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