Bericht HSS 2008

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Bericht der Preisrichter über die Haupt-Sonderschau der Züchter der Deutschen und Polnischen Langschnäbligen Tümmler anlässlich der 57. VDT-Schau in Dortmund vom 28. – 30.11.2008

Unsere diesjährige HSS hatten wir der VDT-Schau in Dortmund angeschlossen (leider wurde dies im Katalog nicht ausgewiesen). Dort konnten 175 „Deutsche Langschnäblige Tümmler“ begutachtet werden. Mit Wehmut mußte man allerdings an die „Kölner Zeiten“ mit 400 – 500 Tiere zurückdenken, da die diesjährige Meldezahl nicht zufriedenstellend war.


Es fehlten einzelne Farbenschläge wie z.B. rote Bärtchen oder einfarbig Blaue. Gilt Dortmund auch nicht gerade als Hochburg der Langschnäbler, so hätte man sich doch einige Tiere mehr in der Ausstellung gewünscht. Als besonders erwähnenswert fand ich die Kollektion blauer schwarzschnäbliger Elstern von K.-H. Wintermeyer. Die bis vor kurzem noch als Stiefkind angesehenen „Pechschnäbler“ hatten sich zu feinen DLT gemausert. Klasse waren dabei die Köpfe und die saubere Vorstellung der Tiere, die hohen Punktzahlen sind absolut gerechtfertigt. Erfreulich war, dass sich trotz oft weiter Anreise viele Züchter eingefunden hatten, um sich zu treffen, auszutauschen und die Freundschaft zu pflegen. Viele Gespräche und Diskussionen fanden an den Käfigen statt und das war gut so. Hier konnten Vorzüge und Mängel diskutiert werden und etwaige Unklarheiten sogleich beseitigt werden.


Ich wünsche uns allen für 2009 eine gute Nachzucht. Die Ausgangstiere sind vorhanden. Vielleicht sind dann bei unserer nächsten HSS wieder ein paar schöne Tiere zu sehen. Mir waren alle Elstern, die Einfarbigen in weiß, schwarz, rot und die jungen 1,0 in gelb zur Bewertung zugeteilt. Erfreulich war die Präsentation von 18 schwarzen Elstern aus drei Zuchten. Die dunklen Unterschnäbel waren verschwunden und auch die Oberschnäbel schienen heller geworden zu sein. Durchweg waren schnittige Figuren und lange Kopfprofile zu sehen. Auch die oft gezeigte waagerechte Kopflage überzeugte. Natürlich dürfte das eine oder andere Gesicht etwas kompakter ausgebaut sein. Leider waren wieder einmal die Zeichnungsgrenzen nicht besonders gekonnt geputzt. Wenn ich mich auch wiederhole, so weise ich noch einmal darauf hin, dass es bei einer Großschau einfach dazu gehört, die Tiere zu putzen. Völlig zu Recht lehnte der Obmann die Unterzeichnung zum V bei schlechten Brustschnitten oder ungleichen Herzabgrenzungen ab, auch wenn die Tiere wie hier ansonsten hohen Rassewert zeigten. Alle drei Aussteller, C. Spöring, Chr. Rau und B. Strotjohann stellten Preistiere vor.

Ähnlich verhielt es sich bei den acht Roten: Die Präsentation sollte besser werden. Der Rassewert war lobenswert. H. Schulz zeigte mit 96 und 95Pkt wirklich schöne Tiere. 16 gelbe Elstern von Fr. Heitmann und B. Strotjohann waren prima. Was man unter einem ‚durchgezüchteten Stamm‘ zu verstehen hat, zeigte uns Fr. Heitmann. Er stellte die Tiere, die mit 97 u 96 Pkt benotet werden konnten und die dem Zuchtstand entsprachen. Die beiden 0,1 waren wie geklont, erstaunlich ähnlich der Kopf, die Figur und der Typ. Es waren Tauben mittlerer Größe, prima herausgeputzt und mit schönen Kopfpunkten. Das EB war daher der richtige Lohn. Auch die acht blauen schwarz-schnäbligen Elstern, alle von K.-H. Wintermeyer, waren eine Klasse für sich. Es ist bemerkenswert, wie schnell dieser Farbenschlag wieder erfolgreich vertreten ist. Prima volle Köpfe, dunkle Masken und durchweg aufgerichtete hochstehende Figuren waren zu sehen. Vielleicht könnte das eine oder andere Tier noch schnittiger in der Figur werden. 97 Pkt mit REB und 96 Pkt waren die Spitzenbewertungen. Die Einfarbigen begannen mit 18 Weißen von K. Neugebauer und A. Krißbach. K. Neugebauer stellten alle Preistiere. Mir schien, dass die Iriden klarer geworden sind. Natürlich geht man bei einem einfarbigen Tier bzgl. der anderen Rassemerkmale weniger einen Kompromiss ein: Figur, Gesichtsfülle und Rand müssen in hohem Maße perfekt sein. Auch sollten als ‚weiß‘ deklarierte Tiere absolut weiß sein. C. Schejka zeigte vier einfarbig Schwarze. Lobenswert waren die relativ sauberen Schnäbel und die aufrechte Haltung. Die Figuren sollten noch schnittiger werden. Gute - oder besser gesagt - sehr gute Ansätze sind vorhanden.

Es folgten zehn einfarbig Rote. Hier war neben Kopf und Figur immer wieder die Farbe im Wunschbereich, ich betone Wunsch. Die Figuren und die Profile waren lobenswert. Eigenartigerweise sollte bei vielen Tieren die Feder fester werden, so dass auch die Steuerfedernlage straffer wird. C. Schejka und H. Thielicke teilten sich die Preise. Von den Gelben wurden die 1,0 jung (16) von mir bewertet. Die sehr hohe Qualität dieses Farbenschlages ließ beim Richten eine strenge Hand zu. (Die Teilung des Richtauftrages waren der Sache nicht gerade dienlich). Fein gezogene Profile, aufrechte Körper und volle Gesichter zeigten die herausgestellten Tiere. Etwas blasse Ränder, leichter Schnabeldruck und nicht ganz ausgebaute Gesichtspartien führten zum Punktabzug. Gleich das erste Tier von B. Sonnenberg war ein Volltreffer. Wegen recht welligen Schwingen wurde ihm allerdings die Höchstnote versagt.

Peter Gebert


Mein Bewertungsauftrag begann mit 15 einfarbig Gelben. Hier wurden mir die „Damen“ zugeteilt. Mehrheitlich gefielen bis auf wenige Ausnahmen die edlen harmonischen Figuren mit der abfallenden Körperhaltung. Die Standhöhe mit der entsprechenden Halslänge gefiel bei den meisten Tieren. Farblich konnten alle überzeugen. Sehr große Unterschiede gab es in der Augenfarbe. Reinere Iriden wurde öfters gewünscht. Auf das dunkle Horn auf der Schnabelspitze wurde vereinzelt hingewiesen. Auffällig waren die verschiedenen Kopfprofillinien. Teilweise waren sie zu rund, was auch zu unteren Noten führte. Zu leere Gesichter und fehlendes Randfeuer waren die Hauptgründe der Abstufungen. Fast in Perfektion zeigte sich die 0,1 jung in Käfig-Nr. 14300 von Thomas Süß.

Die dunklen Masken fielen sofort positiv bei den acht Blauschimmeln auf. Die langen und gefüllten Gesichter waren lobenswert. Auf zarter anliegende Warzen ist allerdings zu achten. Im Hinblick auf die geforderte elegante Figur sind große Fortschritte gemacht worden. Vereinzelt müssen sie noch an Standhöhe zu legen. Große Beachtung muss der Irisreinheit geschenkt werden. Tiere mit erheblichem Rotanteil im Auge konnten kein „sg“ erreichen.

Sehr überrascht war ich von der hohen Qualität der Braunfahlen, da man sie eher selten in den Käfigen vorfindet. Die zwei ausgestellten Tiere zeigten sich in einer harmonischen Gesamterscheinung. Sie präsentierten sich stolz aufgerichtet mit entsprechend edler Halslänge und abfallender Haltung. Bestens gefüllte Gesichter und dem Farbenschlag entsprechend ausgereifte Iriden prägten das Gesamtbild, zu dem sich noch eine schöne Farbe mit langgezogenen schmalen Binden hinzu gesellte. Im Vergleich zum hv-Tier von Klaus Brettmacher hätte der Nackenabgang beim zweiten Tier flüssiger und die Kopfsilhouette etwas flacher sein können. Die Randfarbe muss im Allgemeinen noch intensiver ausgeprägt sein. In diesen Farbenschlag muss noch viel Züchterfleiß investiert werden. In der AOC Klasse wurde eine Braune gezeigt, die sich figürlich sehr harmonisch zeigte. Auf eine waagerechte Kopfhaltung und reinere Iris ist zu achten.

Die Bärtchen wurden leider nur in Schwarz, Gelb und Blau von drei Aus-stellern gezeigt. Teils wünschte ich mir bei den sechs Schwarzen etwas flüssigere Oberkopflinien mit harmonischen Schnabelwarzenübergängen. Eine mit roten Blutäderchen durchgezogene Iris ist nicht gewollt. Dennoch war es eine ausgeglichene Kollektion: Tiere mit effektvoller Ausstrahlung, von außergewöhnlicher Eleganz und dem attraktiven exakten Zeichnungsbild. Die hoch-stehende, elegante Figur mit der leicht gewölbten langgezogenen Kopfsilhouette fiel bei dem Spitzentier (hv) von K.-H. Wintermeyer auf.

Die zwölf gelben Bärtchen gefielen aufgrund der Einheitlichkeit. 5,5 jung und 1,1 alt waren feine Figurentiere mit typvoller Haltung, Standhöhe und angemessener Halslänge. Die Augenrandstruktur und vereinzelt auch deren Farbe ergaben einzelne Ansatzpunkte, die sich auch im Noten – bzw. Wertzahlenspiegel niederschlugen. Im Profilbereich dürfen einige nicht noch runder werden. Die Gesichtslänge und – fülle stimmte mehrheitlich. Zweimal HV für P. Wöllner. Leider ist mir kein „V“ vom Obmann gegengezeichnet worden.

Drei blaue Bärtchen - schön sie mal wieder zu sehen - hinterließen ein tolles Rassebild mit graziöser Ausstrahlung. Hochstehend, elegant, harmonisch in den Körperpartien und vorbildlich waren alle in der Gesichtslänge, der Keilfülle und dem Randfeuer. Die Augen müssen allerdings noch klarer hervortreten und auf die Reinheit der Schnabelpartie ist zu achten. Hv auf 1,0 jung von Thomas Süß.

In der Gruppe der Weißschwänze präsentierten sich zunächst acht Schwarze mit figürlich feinen Ansätzen und abfallend in der Haltung. In der Farbe und Zeichnung gab es wenige Einwände. Sie bestachen mit feurigen Augenringen. Die Gesichter gefielen in der Länge, jedoch muss eine vollständigere Keilfülle angestrebt werden. Auf die Schnabelfarbe ist die Aufmerksamkeit ebenso zu richten wie auf höhere Ständer. Schade um die 0,1 jung mit elf Schwanzfedern. Für diese Farbgebung benötigt man viel Fingerspitzengefühl.

Anschließend folgten die Weißschlag-Weißschwänze in Rot, Gelb und Blau. Sieben Rote und fünf Gelbe von Alleinaussteller Harry Baltzer belegten die Käfige. Bei beiden Farbgebungen beeindruckten die feinen Gesichtslängen und Standhöhen mit der Halslänge. Die Seitenansicht des Kopfes gefiel bei den Roten. Bei den Gelben dürfen die Profile nicht gezogener werden. Keine Beanstandungen gab es in der nötigen Keilfülle und Randfeuer. Jedoch könnten sich in beiden Farbenschlägen die Haltungen noch vertikaler zeigen. Zudem wünschte ich mir bei den Gelben einen gezirkelteren Kehlverlauf. „V“ EB auf Rot und „V“ REB auf Gelb.

Bei der blauen Variante stellten zwei Züchter acht Tiere aus, wobei für den gemeldeten Blaugehämmerten ein Blauer ausgestellt wurde. Hochstehende, elegante Figuren entsprachen dem Musterbild. Mehrheitlich zeigte die Kollektion sg Randfarbe. Die Iriden müssen noch reiner werden. An die Kopfpartie dürfen nicht so hohe Anforderungen gestellt werden, da die Tiere mehrheitlich längere und vollere Gesichter aufweisen müssen. Dass besondere Zeichnungsprobleme auftreten, muss nicht näher erwähnt werden. Dennoch hv auf 1,0 alt von Siegmar Leiste, dessen Tiere aus dieser Gruppe herausstachen.

Christian Schejka


In diesem Jahr wurden mir die ausgestellten 38 „Polnischen Langschnäbligen Tümmler“ zur Bewertung übertragen. Leider wurde die „Rassen-Reihenfolge“ bei der Nummerierung nicht beachtet, die erst im letzten Jahr vom BZA eingeführt wurde. Die „eisfarbig-geelsterten“ machten traditionell den Anfang und zwar mit 11, 12 Jungtieren und eine 0,1 alt: die meisten Figuren waren sehr typgerecht und auch die Stellung und die Beinlänge (Standhöhe) entsprachen weitestgehend den Forderungen aus der MB. Das gleiche kann ich von den Kopfformen berichten: lange Köpfe mit vollem Gesicht erfreuten mich bei der Beurteilung. Die Wünsche, die zu Abstufungen bei den Bewertungsnoten führten, waren bekannte Zuchtschwierigkeiten: etwas höher im Stand, Stirn-Schnabellinie durchgehender (Druck), Nacken- oder Halslinie gerader, Augenränder dunkler und Kehlung enger, aber auch die Schwanzmitte könnte gelegentlich dichter geschlossen sein. Breiter, runder Schwanz oder helle Augenränder konnten nur mit g bewertet werden. Ein 1,0 von R. Steiger erreichte 97 REB und aus dem gleichen Schlag eine 0,1 mit „idealer Figur“ (Augenränder etwas dunkler) mit 96 E waren die besonderen Höhepunkte. O. Klinkfuss stellte eine „wunderschöne“ 0,1 mit 95 Pkt. Alle 4,5 „perlfarbig-geelsterten“ Tiere stellte, wie so oft, Robert Steiger aus. Die Tiere in dieser Kollektion überzeugten in den wesentlichen Merkmalen mit sg Figuren und Kopfpunkten: einmal 96 E und zweimal 95 Pkt verdeutlichen die konstante Zuchtleistung. Dem g-Tier mangelte es an geschlossener Schwanzmitte. Der „eisfarbig-bindige“ Farbenschlag gehört nicht nur in unserem Land zu den schwierigen Farbenschlägen. Heinz Litzenburger stellte mit 2,3 Tieren ein ansehnliches Zuchtergebnis vor und konnte 95 E erreichen. Die Probleme liegen hier besonders in der Standhöhe, Kopflinie gerader, Augenränder dunkler, und auch hier bei Schwierigkeiten mit der Schwanzform. Schön, dass es diese Zeichnungsart bei uns gibt.

Karl-Heinz Wintermeyer

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